Vereinshistorie

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Hier ein kurzer Rückblick: In der Mitte des 19. Jahrhunderts wird auch in Koblenz ein Katholischer Gesellenverein ins Leben gerufen. Unter anderem hat dieser sich der Pflege des heimischen Brauchtums angenommen. So starten seine Mitglieder, Handwerker aller Sparten, während der Fastnachtszeit Sitzungen und Bälle, die schon bald darauf niemand mehr in der Rhein-Mosel-Stadt missen will. Schon 1931 verfügt der Gesellenverein über ein eigenes stattliches Funkenkorps in den Stadtfarben Rot-Weiß.

Dann aber kommen 1933 die neuen Machthaber. Sie lösen nach und nach sämtliche Vereine auf oder "schalten sie gleich". Besonders der Katholische Gesellenverein ist den "Neuen" ein dicker Dorn im Auge, doch Kolpingsohn Jupp Thunert gibt nicht auf! Er sinnt nach einem Ausweg, um seine geliebte Fastnacht zu erhalten, schart seine Freunde um sich und gründet mit ihnen 1936 als Tarnverein die Funken Rot-Weiß. Die Nationalsozialisten lassen sich täuschen und haben nichts gegen den neugegründeten Verein. Ihnen gefällt sogar der Untertitel, den sich diese neue Gesellschaft gibt: Verein zur Erhaltung rheinischen Brauchtums und rheinischer Geselligkeit. Präsident wird Jupp Thunert. Mit ihm sorgen die neuen Karnevalisten bald für ausverkaufte und beliebte Sitzungen. Auch während des Krieges halten die Daheimgebliebenen mit den Freunden draußen im Feld die Verbindung aufrecht und beantworten die Grüße der Kameraden.
 

Nach dem Krieg dauert es nicht lange, bis die karnevalistischen Herzen wieder höher schlagen. 1946 sind die Funken die Ersten in Koblenz, die sich wieder närrisch geben. Sie nehmen an der ersten Sitzung von Radio Koblenz, einem regionalen Sender des SWF (heute SWR), teil. Dann gingen die Sitzungen notgedrungen in den heute nicht mehr vorhandenen Film-Palast in der Löhrstraße, weil es im kriegszerstörten Koblenz an einem geeigneten Saal fehlte. Es ist die Zeit, als das Publikum mit Bargeld auch Kohlen und Briketts mitbringt, um damit die Eintrittskarten zu erwerben. Mit diesem Brennmaterial wurde dann der Saal geheizt und das Programm konnte beginnen.Da der Kinosaal nicht bewirtschaftet werden konnte, mussten sich die Gäste ihre Speisen und Getränke von zu Hause mitbringen. Von belegten Broten über Kartoffelsalat, wenn möglich mit einem Würstchen oder gar einer Frikadelle, erstreckte sich der damalige Speiseplan. Die Getränkeliste dürfte wohl ebenso „reichhaltig“ gewesen sein und sich auf ein paar Flaschen Bier beschränkt haben (wer sie hatte). 

Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet aus dieser Misere der Nachkriegszeit ein Juwel der Koblenzer Fastnacht werden würde? Die „Trockensitzung“ war geboren. Das einmalige Außenseiterprogramm: Jeder bringt das mit, was er essen und trinken möchte! Jeder kommt, wie es ihm beliebt (ob im Abendkleid, im Kostüm oder maskiert)! So unternehmen in den Folgejahren viele bekannte Persönlichkeiten bei den Rot-Weißen die ersten karnevalistischen Gehversuche (Willi Hörter sen. und jun., Emmi Kellner, Hans Nievenheim, Alfred Ries, Karl Rosenbaum, Heinz Grindel u.v.a.). Heinrich Kramer war unter ihnen einer der vielseitigsten Männer bei Rot-Weiß und auch der Erfinder für das bis 2006 geltende Motto: „Alles Geck am Deutschen Eck!“.

1951 wurde Werner Kratz Präsident der Gesellschaft und 1952 erster Prinz der Funken Rot-Weiß („Prinz Werner im Glück“). Werner Kratz war es auch, der die Idee für eine ständige weibliche Begleitung des Prinzen, die Dame Confluentia (spätlat. confluentia = Zusammenfluss, hier von Rhein und Mosel) hatte. Seine Idee traf bei den Koblenzer Karnevalisten aber nicht unbedingt direkt auf Gegenliebe und bedurfte jahrelanger Überzeugsarbeit. So krönte er zunächst nur für die Rot-Weißen Sitzungen von 1964-1970 jedes Jahr eine eigene Dame Confluentia.

1971 (mit unseren Freunden des prinzenstellenden Vereins KG Funken Rot-Weiß-Gold Metternich) zieht aber nun endgültig eine mit dem Prinzen (August I. von der Eul) gekrönte Symbolfigur Confluentia (Marie-Luise Kohns) durch Koblenz. Die Dame Confluentia, närrische Regentin für alle Frauen in der Stadt, zählt seitdem zu den karnevalistischen Errungenschaften der Nachkriegszeit.

1981 wird Werner Wiemers neuer Präsident. Er löst nach 30jähriger Amtszeit Werner Kratz ab und übergibt 1989 sein Amt an Jürgen Seith. 1996 wird dieser als Präsident von Rot-Weiß auch wieder Karnevalsprinz der Stadt Koblenz. Aber wir wären nicht Rot-Weiß, wenn nicht wieder einmal irgendetwas anders wäre! Viel Ärger gab es damals um die Kleiderordnung des Prinzen (eine Robe der K.u.K. Monarchie). Man wollte halt nur mal etwas anderes machen. Doch die Wogen schlugen hoch und so lenkten die Rot-Weißen ein. Der Prinz bekam sein bisher übliches rheinisches Ornat. Eines hatten die Rot-Weißen aber mal wieder geschafft. Confluentia Elke trug eine neue Variante des üblichen Confluentia-Kleides. Dies war Signal für ihre Nachfolgerinnen, die seitdem Mut zum neuen Outfit zeigen und immer wieder mit atemberaubenden Roben glänzen.

2006 übernimmt Joachim Piwonka die Präsidentenschaft. Seit dieser Zeit führt er als unser Präsident die Geschicke des Vereins. 

Auch wenn sich die Zeiten geändert haben und z.B. die Trockensitzungen seit 1976 in der Rhein-Mosel-Halle stattfinden, eines ist geblieben: Die Trockensitzungen sind immer noch trocken, urwüchsig und haben ihr eigenes Stammpublikum. Damals, heute und auch für die Zukunft gilt noch, was die Funken einst so treffend formuliert haben: „Rot-Weiß: Farbe der Freude und Sauberkeit. Inbegriff echter, lebendiger, nie sterbender rheinischer Fröhlichkeit!“

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